
Hospizbewegung Gmunden
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…und wir dachten, wir hätten noch so viel Zeit…
Es gerät viel in Bewegung, wenn Unvorhersehbares eintritt und das Lebensende eines nahestehenden Menschen unmittelbar bevorsteht.
…wenn eine palliative Situation diagnostiziert wird, oder nach einem Unfall der Tod im Raum steht, aber auch im Alter, wenn der Allgemeinzustand sich sehr verschlechtert und der Mensch sich reduziert am Lebensende. Am schlimmsten erleben wir dieses schnell kleiner werdende Zeitfenster wohl, wenn es um den unabwendbaren Sterbeprozess eines Kindes geht.
Vieles ist in Bewegung
Was soll an erster Stelle vorrangig in Ordnung gebracht und geregelt werden? Der irdische Nachlass? Finanzen, Haus oder andere Besitztümer? Alle Familienmitglieder und Freunde verständigen, um ein letztes Treffen zu veranstalten? Noch einmal alle Lieblingsplätze abfahren und Ausnahmewünsche erfüllen? Das beste Essen kochen und so weiter …
Vieles ist in Bewegung
Sind in Wahrheit die wirklich wichtigen Dinge die, die weit über das Testament und die Regelung finanzieller Angelegenheiten hinausgehen an erster Stelle? Friedvolle Versöhnung und letzte Wünsche erfüllen?
Der Sterbeprozess ist ein zutiefst individueller Vorgang am Ende eines jeden Lebens und seine Regie führen wird die/der Sterbende selbst. Die Autonomie am Lebensende ist kein planbares Projekt mit zertifizierter Ablaufliste. Die Zeit am Lebensende bedeutet manches Mal alles und scheint das wertvollste Gut auf Erden zu sein, oder sie bedeutet nichts, wenn der Tod sehr rasch – ein Sekundentod – eintritt und diese Zeit von vornherein gar nicht zur Verfügung steht.
Vieles ist in Bewegung
Sterbende und ihre Familien brauchen und wünschen sich Zeit, egal, wie man es dreht und wendet. Nicht nur, um verschiedene Dinge zu regeln, sondern aus einem ganz einfachen Grund - dem besten Beweggrund den es gibt:– des Lebens selbst willen. Dicht gedrängt und vollgepackt mit allem möglichen an ´Bewegung´, wird das Lebensende manches Mal deutlich intensiviert. Das Leben furchtlos festhalten und zu spüren, so lange als möglich die Lebendigkeit fühlen.
"Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Um die Balance zu halten, musst du in Bewegung bleiben (Albert Einstein)".
Das Leben selbst ist die Bewegung – vita est motus.
Karin Zwirzitz